Morphin

Synonym

  • Morphium

Übersicht


Medizin

Typ

Arzneimittelinteraktionen

  • Antihypertensiva, Phenothiazin-Neuroleptika
    • Verstärkung des blutdrucksenkenden Effekts bei gleichzeitiger Gabe.
  • Zentral wirksame Substanzen
    • Verstärkung des sedierenden und atemdepressiven Effekts.

Unerwünschte Arzneimittelwirkungen

Anwendung

Dosierung

Tagesdosis 200 - 400 mg
Einzeldosis

 (i.v.) 5 - 30 mg
(p.o.) 5 - 200 mg

Dosierungshinweise

  • Bei schwersten Schmerzzuständen sind auch Dosierungen über der angegebenen Tagesdosis möglich. Hier ist die Dosierung nach Wirkung und Nebenwirkung vorzunehmen.

Anwendungshinweise

  • Retardierte perorale Darreichungsformen sollten in der Regel zweimal täglich im Abstand von möglichst genau 12 h eingenommen werden.

Patientenhinweise

Handelsnamen

  • Capros, Kapanol, M-beta, M-dolor, M-long, Mogetic, Morphin [...], MSI, MSR, MST, M-Stada, Sevredol

Pharmakologie

Typ

Pharmakodynamik

Wirkeintritt (i.v.) 5 - 10 min
Wirkdauer 3 - 4 h
(retardiert) 8 - 12 h

Bemerkungen

  • Opiat-Agonist mit analgetischer, sedierender und euphorisierender Wirkung.
  • Eine mögliche Atemdepression tritt leicht verzögert zum Eintritt der analgetischen Wirkung auf.
  • Bei wiederholter Anwendung gleicher Dosen beträgt das Verhältnis von oraler zu parenteraler Wirkung etwa 1:3.

Pharmakokinetik

Bioverfügbarkeit (BVabs) 20 - 40 %
Ø 25 %
Clearance (CLtot) 20 - 30 ml/min/kg
Eliminationshalbwertszeit (t1/2) 1,7 - 4,5 h
Ø 2,5 h
Extrarenale Eliminationsfraktion (Q0) 0,9
Plasmaproteinbindung (PB) 20 - 35 %
Ø 30 %
tmax  
Verteilungsvolumen (Vapp) 3,5 L/kg

Resorption

Metabolisierung

  • Morphin weist einen ausgeprägten First-Pass-Effekt auf. Bei diesem wird es zu etwa 60 % in das pharmakologisch nicht aktive Morphin-3-glucuronid und zu etwa 6 - 10 % in das pharmakologisch aktive Morphin-6-glucuronid umgewandelt.
    • Morphin-6-glucuronid bindet an µ-Rezeptoren und zeigt bei gleicher Konzentration ungefähr die halbe analgetische Potenz wie Morphin selbst. 
  • Weitere Metabolisierungsschritte erfolgen vor allem durch CYP2D6 und die Catecholamin-O-methyltransferase (COMT), wobei u.a. Normorphin entsteht, was jedoch nur etwa 5 % der gesamten Metaboliten ausmacht.

Exkretion

  • Die Ausscheidung erfolgt überwiegend renal (ca. 87 %). Der Rest wird biliär ausgeschieden.

Toxikologie

LD50 (Ratte, p.o.) 461 mg/kg
(Maus, p.o.) 600 mg/kg
Pregnancy category C

Bemerkungen

  • Die tödliche Dosis für den Menschen liegt bei etwa 120 - 250 mg Morphinsulfat.

Symptome einer Intoxikation


Notfallmedizin

Indikation

Anwendung

Dosierung

  • Auf 10 ml verdünnt langsam in 2 mg Boli i.v. bis zum Eintritt der gewünschten Wirkung

Achtung

  • Morphin fällt unter das Betäubungsmittelgesetz. Einsatz genau dokumentieren!

Chemie

Strukturformel

Summenformel

C17H19NO3

Molekülmasse

  • 285,337

IUPAC

  • (5R,6S,9R,13S,14R)-4,5α-Epoxy-N-methyl-7-morphinen-3,6α-diol

CAS-Nummer

  • 57-27-2

Eigenschaften

Schmelzpunkt (Zersetzung) 230 °C
(H2SO4) 255 °C
Löslichkeit (H2O) 149 mg/l
log P 0,8
(andere Quelle) 0,99
pKS  8,21
(andere Quelle, pKS1, N-Atom) 7,81 - 8,07
(andere Quelle, pKS2, phenolische OH-Gruppe) 9,85
pKB (15 °C) 6,17

Sonstige Eigenschaften


Analytik

Stas-Otto-Gang

Identität

IR-Spektrum

UV-Spektrum

  • Absorptionsmaxima in HCl (0,1 mol/l) bei 210 nm (E = 700) und 285 nm (E = 55).
  • Absorptionsmaxima in NaOH (0,1 mol/l) bei 250 nm (E = 250) und 300 nm (E = 115).

Biologie

Bemerkungen


Sicherheit

Gefahrstoffklasse

Xn

 

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